Konzept für sporttherapeutische Trainingseinheiten basierend auf Kampfkunst und Ausdauertraining als Therapie für Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Krankheitsbildern

Störungen als Krankheitsbilder:

  • Persönlichkeitsstörungen
  • Störungen des Sozialverhaltens, Dissozialität und Delinquenz
  • Körperliche Misshandlungen und Vernachlässigung

Ziele:

Aufbau von personenzentrierten, strukturierten Trainingseinheiten, die primär Bewegungs- und Leistungsfreude wecken und ein Bewegungs- und Leistungsgefühl entwickeln. Sekundär sollen positive Sozialerlebnisse vermittelt werden. Durch den Kampfsport Jeet-Kune-Do sollen die motorischen und koordinativen Fähigkeiten gefördert werden.

Kampfkunst als Therapie

Kampfkunst als Therapie bezieht sich ganz gezielt auf die alten Traditionen. Ein pädagogisches Klima, das eine fast väterliche Beziehung zwischen Meister und Schüler schafft.
Die Übungen werden erzieherisch sinnvoll und konsequent gestaltet und sollen vor allem die geistigen Prinzipien in das Training mit einbeziehen.
Das Körperbewusstsein wird gefördert, der Geist wird trainiert der Herrscher über den Körper zu sein und über sich selbst herauszuwachsen, z.B. die Überwindung subjektiver Grenzen wie Schmerz, Angst, Vertrauen, usw.
Es ist mehr als die Perfektionierung bestimmter Techniken. Die Zweikampfspiele sind ein Weg, sich selbst in den Griff zu bekommen, sich konzentrieren zu lernen. Es ist ein Mittel des ästhetischen Selbstausdrucks, es ist die Herstellung einer Beziehung zur eigenen Selbstbeherrschung und dessen Prüfung.
Letztlich zielt ein Kampfsporttraining darauf ab, psychisch stabiler und stärker, d.h. ausgeglichener und mit größerer Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit ausgestattet zu sein, um meisterlich reagieren zu können.

Durch Meditationsübungen, progressive Muskelentspannung und Atemgymnastik wird deutlich, dass die einzelnen Konzentrations- und Meditationsübungen zum Erlernen psychischer Selbstbeherrschung von großem Nutzen, wenn nicht sogar von entscheidender Bedeutung sind.
Man lernt „über den Dingen zu stehen“.

Förderung kardiovaskularer- und respiratorischer Veränderungen durch Aquakontrastverfahren im Thermalbad, bei Fahrradtouren sowie beim Konditions- und Ausdauertraining

Unter Ausdauertraining versteht man Trainingsprogramme und –formen, deren Ziel es ist, die Ausdauer zu erhöhen. D. h. die Fähigkeit des Körpers, über einen ausgedehnten Zeitraum, Leistung zu erbringen. Die meisten Kinder, die in unsere heilpädagogische Einrichtung kommen, sind schwach und haben gesundheitliche Probleme. Das Ausdauertraining trägt wesentlich zur Entwicklung und Aufrechterhaltung eines guten Gesundheitszustandes bei. Insbesondere sind hier positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System zu nennen, was sich wiederum auch auf das allgemeine Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen auswirkt. Außerdem geht hiermit auch oft eine Stärkung des Immunsystems sowie die Verbesserung des Blutbildes einher.

Trainingsplan

Bei der Anpassung des Trainingsplans wird stets individuell vorgegangen. Die Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit, sich aus vielen Sportarten des aeroben Bereichs eine auszusuchen. In regelmäßigen Abständen wird dann der gesundheitliche Zustand der Kinder von Fachärzten kontrolliert.

Die Trainingseinheiten werden im Fitnessraum der Einrichtung, im Kampfsportraum, Thermalbad, Hallenbad oder in der freien Natur durchgeführt. Die Sportarten die wir am meisten praktizieren sind Schwimmen, Radfahren und Joggen. Im anaeroben Bereich (mit Sauerstoffmangel) wird vor allem Fußball, Tisch-Tennis und Basketball gespielt. Im Thermalbad werden Tauchübungen und Aquakontrastverfahren praktiziert. Eine Trainingseinheit dauert 45 Min., danach findet jeweils ein Reflexionsgespräch über mögliche Schwierigkeiten oder positive Erlebnisse während des Trainings statt.

Akzeptanz

Jedes Kind und jeder Jugendliche wird mit allen seinen individuellen Problemen die mitgebracht werden voll und ganz akzeptiert. Die oben geschilderte Konzeption wird seit 1996 in unserer Einrichtung praktiziert.